Exkursion 2014

Pfingstexkursion 2014

Wie jedes Jahr fand auch diesmal in der Woche nach Pfingsten (10.-13.06.2014) die Vertiefer-Exkursion des Instituts für Massivbau der TU Darmstadt mit den Fachgebieten Massivbau und Stahlbau der TU Kaiserslautern statt. Die diesjährige 11. Gemeinschaftsexkursion führte die Studierenden der beiden Universitäten nach Düsseldorf, Köln und Umgebung.

Die Gruppe auf der Baustelle der Lahntalbrücke bei Limburg
Die Gruppe auf der Baustelle der Lahntalbrücke bei Limburg

Tag 1

Das erste Ziel der Exkursion waren am Dienstagvormittag das Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf und das Architekturbüro RKW. Aufgrund des Unwetters in der Nacht zuvor, war auf den Straßen Düsseldorfs ein Verkehrschaos ausgebrochen. Um den ersten Termin pünktlich wahrnehmen zu können, war daher ein wenig Improvisationstalent gefragt. Da unser Bus seit einer gefühlten Ewigkeit an einer blockierten Kreuzung feststeckte, sprang nach einigen Minuten ein Student nach dem anderen aus dem Bus, um sich zu Fuß zu unserem Ziel durchzuschlagen. Allen voran Prof. Graubner, der uns souverän durch den Verkehr lotste.

Baustelle der Wehrhahnlinie im Bereich der „Kaufhofunterfahrung“
Baustelle der Wehrhahnlinie im Bereich der „Kaufhofunterfahrung“

Im Haus der Ärzteschaft wurden wir unter anderem durch das Herzstück des Gebäudes, die TGA-Anlagen im Keller, und durch die Büros geführt. Nach einer Stärkung in der hauseigenen Kantine erhielten wir Einsicht in die Räumlichkeiten des Architekturbüros RKW.

Zurück im Bus wurde aufgrund des zeitlichen Verzugs kurzerhand die Besichtigung der Baustelle der Wehrhahnlinie (eine neue U-Bahn in Düsseldorf) dem eigentlich geplanten Einchecken in der Unterkunft vorgezogen. Nach einer kurzen Einführung durch den verantwortlichen Projektleiter stiegen wir in die angenehm kühle Tiefe des neu erstellten U-Bahn-Tunnels. Dieser wurde bereits in zwei aufeinander folgenden Abschnitten mithilfe einer TBM erstellt.

Am Abend erreichten wir unsere Unterkunft in der Düsseldorfer Altstadt. Nach dem Abendessen schlossen wir uns in zwei Gruppen je einem Nachtwächter an, der uns über die Bräuche und Gepflogenheiten des Düsseldorfer Nachtlebens (Zum Beispiel: Mit einem Deckel auf dem Glas symbolisiert man dem Kellner, dass man kein Bier mehr möchte.) sowie die Geschichten von Jan Willem und vom verdrehten Kirchturm der Kirche St. Lambertus. Letzteres rief die eine oder andere Diskussion mit dem Nachtwächter hervor. Während der Führung gab es für jeden noch einen Killepitsch, eine Düsseldorfer Spezialität. (42%iger Kräuterlikör).

Tag 2

Am Mittwochmorgen wurde der Bau einer Fußgängerbrücke in Leverkusen besichtigt, die über eine sich im Umbau befindliche Bahnanlage im Bereich des Bahnhofes Leverkusen Opladen führen soll. Allerdings deuteten bisher nur Fundamente darauf hin, dass hier etwas gebaut werden soll. Auf der anderen Seite des Bahnhofgebäudes konnten wir jedoch eine bereits fertiggestellte baugleiche Fußgängerbrücke besichtigten.

Weiter ging es nach Köln, wo wir uns ein im Bau befindliches Bürogebäude ansahen, welches in Fertigteilbauweise durch die Firma Goldbeck errichtet wird. Die für die Firma Goldbeck spezifische Systembauweise ließ sich am Bauwerk nachvollziehbar erkennen.

Tagebau Garzweiler II
Tagebau Garzweiler II

Am Nachmittag besichtigten wir den Tagebau Garzweiler II. Nach einem einleitenden Vortrag fuhren wir mit einer Mitarbeiterin von RWE in unserem Bus in den Tagebau. Endlos lange Straßen und Förderbänder, die deren Rand säumten ließen bloß dunkel erahnen, welche Ausmaße das Projekt hat. Von einem Aussichtspunkt konnten wir uns einen Überblick über die riesige Grube verschaffen, in der das Gelände umgegraben wird. Das ganze System legt 1m am Tag zurück, indem auf der Vorderseite Material, dass zum Teil aus Braunkohle und zum Teil aus gewöhnlichem Abraum besteht, durch Schaufelradbagger abgetragen wird. Die Kohle wird separat mithilfe der Fließbänder zu einem großen Speicher transportiert, während der Abraum auf der anderen Seite der Grube wieder eingebaut wird. Aufgrund der Wetterverhältnisse durfte der Bus die asphaltierten Wege innerhalb des Tagebaus nicht verlassen, so dass wir leider die Schaufelradbagger nur aus der Ferne sehnen konnten. Unsere Rundfahrt durch den Tagebau schloss auch die Fahrt durch Renaturierungsgebiete und einen Umsiedlungsort ein.

Abschließendes Exkursionsziel dieses Tages war die Besichtigung des Autobahnkreuzes Kaarst. Im Zuge der laufenden Baumaßnahmen ist sowohl eine Verbundbrücke als auch eine Brücke aus Spannbeton errichte worden bzw. im Bau befindlich.

Tag 3

Fertigteildeckenelement vor der Betonage
Fertigteildeckenelement vor der Betonage

Der dritte Tag startete mit dem Besuch des Fertigteilwerks der Firma Goldbeck in Hamm, wo wir die Fertigung der Elemente beobachten konnten, die wir am Tag zuvor fertig eingebaut betrachten konnten.

Zum Mittagessen starteten die beiden Unis eine Challenge: Welche Uni sich zuerst komplett mit Essen versorgte, hatte gewonnen. Kaiserlautern schlug Darmstadt zu unserem Bedauern haushoch durch perfekte Teamarbeit.

Weiter ging es nach Wuppertal zur Baustelle „Umgestaltung Döppersberg“. Hier wird der gesamte Bahnhofsbereich umgestaltet und städtebaulich aufgewertet. Durch die sinnvolle Bündelung des Straßenverkehr und der Tieferlegung der Hauptverkehrsachse soll wieder eine attraktive Fußgängerverbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt hergestellt werden. Der Projektleiter brachte uns mit Hilfe von Fotos die bereits erfolgten Erdarbeiten und geotechnischen Maßnahmen näher. Zum Schluss gab es eine kleine Anekdote zur Wuppertaler Schwebebahn und dem Elefanten, der von ihr aus in die Wupper sprang.

Am Nachmittag ging es in Köln mit zwei verschiedenen Führungen durch den Dom weiter. Zwei Gruppen besichtigten das Dach und eine Gruppe stieg zu den teilweise freigelegten Fundamenten des Doms herunter.

Der Abend wurde mit einem fulminanten WM-Auftakt im Quartier Boheme in Düsseldorf abgerundet.

Tag 4

Mit dem offenen Bauaufzug in die 15. Etage
Mit dem offenen Bauaufzug in die 15. Etage

Am vierten und letzten Tag traten wir die Heimreise mit einem Umweg über Köln und Limburg an der Lahn an. In Köln besichtigten wir das Gerling-Quartier, einen Gebäudekomplex, den der deutscher Versicherungsunternehmer Robert Gerling, Gründer des Gerling-Konzerns, seinerzeit errichten ließ. Diese Gebäude werden nun in einer umfangreichen Baumaßnahme saniert und sollen zukünftig als Wohnungen und Büroflächen sowie für Gastronomie genutzt werden. Das Hauptgebäude des Gerling Quartiers war, so erfuhren wir, u.a. auch Schauplatz für Dreharbeiten des Hollywood Blockbusters „Operation Walküre“. Besonderes Highlight dieser Baustellenbesichtigung war die Fahrt mit einem offenen Bauaufzug auf das Dach des 15-stöckigen Hochhauses.