Hängetisch

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Schwebender Betontisch im Karo 5

Hängender Betontisch im Eingangsgebäude der TU Darmstadt „karo 5“ vor der Installation der Informationstafeln
Hängender Betontisch im Eingangsgebäude der TU Darmstadt „karo 5“ vor der Installation der Informationstafeln

Im Foyer des neuen Empfangsgebäudes der Technischen Universität Darmstadt „karo 5“ schwebt seit Januar 2010 eine Betonplatte. Der ca. 7 m lange und 1 m breite Hängetisch soll zukünftig die Plattform für eine interaktive Dauerausstellung zur Geschichte, zum derzeitigen Leistungsspektrum und zur zukünftigen Ausrichtung der TU Darmstadt bieten. Der Betonkörper enthält daher Aussparungen für Informationstafeln und interaktive Flachbildschirme.

Bei dem Entwurf und während der Planung bestand die besondere Herausforderung darin, das Ausstellungsobjekt im Raum optisch quasi schwebend anzuordnen und gleichzeitig eine stabile Lage der Installation sicherzustellen. Als Lösung bot sich an, eine nur 6,5 cm dicke Betonplatte mit Hilfe von dünnen Stahlseilen zu positionieren, wobei diese scheinbar ungeordnet angeordnet werden sollten, um den Lastabtrag nicht auf den ersten Blick nachvollziehen zu können.

FE-Modell der Betonplatte mit den Seilabspannungen
FE-Modell der Betonplatte mit den Seilabspannungen

Ziel der Bemessung war insbesondere die Begrenzung der Durchbiegung und Rissbildung der Platte aus schlaff bewehrtem hochfestem Beton sowie deren horizontale Auslenkung. Neben der statischen Beanspruchung musste ein übermäßiges Aufschwingen der Platte (durch mutwilliges Verhalten von Personen) unbedingt vermieden werden. Da Seile lediglich Zugkräfte aufnehmen können, ist bei einer horizontalen Lasteinwirkung ein Gleichgewicht nur durch Kraftumlagerungen zwischen unterschiedlich geneigten Seilen zu erzielen. Um die Verformung gering zu halten, wurden die Seile paarweise in V-Form angeordnet. Durch das große Eigengewicht der Platte sind hohe Umlagerungskräfte in den Seilen möglich, was die Stabilität des Systems befördert. Auf der Basis des Grundsystems aus dem Vorentwurf mit 12 Stahlseilen Durchmesser 8 mm erfolgte eine Optimierung der Anordnung der Seile mittels numerischer Analyse, wobei eine scheinbar chaotische Seilführung unter Einhaltung des vorgegebenen Lichtraumprofils erreicht wurde.

Detaillösung: Anschluss der Stahlseile
Detaillösung: Anschluss der Stahlseile

Besondere Sorgfalt wurde auf die Ausbildung der Detailpunkte gelegt. Die Verbindungen und Anschlüsse aus Edelstahl bilden zusammen mit den später hinzuzufügenden elektronischen Einbauteilen einen wunderbaren Kontrast zur vergleichsweise rauen Betonoberfläche.

Der Entwurf der Installation stammt von Fuenfwerken Design AG, Berlin in Zusammenarbeit mit dem Fachgebiet Massivbau, unter Einbeziehung des Referates Kommunikation der TU Darmstadt. Das Fachgebiet Massivbau übernahm auch die Planung, Bemessung und konstruktive Durchbildung des Tisches sowie der Seilkonstruktion inklusive der Anschlüsse. Ausgeführt wurde die Betonplatte durch die Fa. Dressler Bau, FT-Werk Stockstadt am Main.