Forschungsschwerpunkt: Urban Mining

Urban Mining – Allgemeines

Die Bauwirtschaft zählt weltweit zu den größten Verbrauchern natürlicher Ressourcen und verursacht erhebliche Mengen an Treibhausgasemissionen sowie Bauabfällen. Insbesondere beim Rückbau bestehender Gebäude und Infrastrukturen entstehen große Mengen mineralischer Stoffströme, die bislang häufig deponiert oder lediglich minderwertig verwertet werden. Vor dem Hintergrund begrenzter Primärrohstoffe und steigender Anforderungen an ein nachhaltiges und ressourceneffizientes Bauen gewinnt das Urban Mining zunehmend an Bedeutung. Dabei wird der bestehende Gebäude- und Infrastrukturbestand als anthropogenes Rohstofflager verstanden, dessen Materialien und Bauteile systematisch erfasst, bewertet und in neue Nutzungskreisläufe überführt werden können.

Im Forschungsschwerpunkt Urban Mining beschäftigt sich das Institut für Massivbau mit der Entwicklung ganzheitlicher Konzepte zur zirkulären Nutzung von Baustoffen, Bauteilen und Infrastrukturen im Hoch- und Tiefbau. Im Mittelpunkt stehen die digitale Erfassung und Bewertung bestehender Bauwerke mittels Materialkatastern, GIS-basierter Analysen, digitaler Zwillinge sowie zerstörungsfreier Prüfverfahren. Aufbauend darauf werden Methoden zur Zustandsbewertung, und Identifikation geeigneter Wiederverwendungsstrategien entwickelt. Neben dem sortenreinen Recycling mineralischer Baustoffe wird insbesondere die hochwertige Wiederverwendung ganzer tragender Betonbauteile untersucht. Ergänzend werden selektive Rückbauverfahren sowie Urban-Mining-Modelle entwickelt, welche Materialflüsse, Transportwege, CO₂-Emissionen und Lebenszykluskosten systematisch erfassen und bewerten. Ziel der Forschungsarbeiten ist die Transformation des Bauwesens hin zu einer ressourcenschonenden und klimaverträglichen Kreislaufwirtschaft, in der Materialien, Bauteile und Bauwerke über mehrere Lebenszyklen hinweg genutzt werden können.

Urban Mining – Abgeschlossene Forschungsvorhaben

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